Reiseberichte

Bald geht es los - Sifnos 2017

Meine erste Reise dieses Jahr wird mich nach Sifnos führen. 

Sifnos? Wo genau ist das und warum gerade dorthin? Sifnos ist eine touristisch eher unbekannte Insel der Kykladen im Mittelmeer östlich vom griechischen Festland. Sie ist bekannt für ihre Architektur, Töpferkunst und die vielen Kirchen mit ihren typischen blauen Kuppeln.

Wir haben bei uns im Museum aktuell eine Ausstellung zu Sifnos. Die Gespräche mit der Ausstellungsdesignerin, dem Team vom griechischen Konsulat und nicht zuletzt die Begegnung mit Menschen von Sifnos haben mich neugierig gemacht.

Anders als die bekannteren Kykladeninseln (Santorini, Mykonos,...) ist Sifnos nicht so stark vom Tourismus berührt. Es gibt weder einen Flughafen noch einen Hafen für Großschiffe. 

Mit ca. 77,5 km² ist Sifnos überschaubar groß und fast alles gut zu Fuß zu erreichen. Die Landschaft ist rau, die Architektur sehr reizvoll und die Einwohner (auf jeden Fall diejenigen, die ich im Vorfeld kennen lernen durfte) gastfreundlich und herzlich. 

Ich freue mich extrem auf die vielen fotografischen Möglichkeiten. Die Nächte sind auf Sifnos sehr dunkel und während meines Aufenthaltes ist auch noch Neumond. Laut der gängigen Apps sollte ich die Chance haben die Milchstraße zu fotografieren. (das werden lange Nächte, aber sie sollten es wert sein)

Meine besonderen fotografischen Ziele:

  • Fotos der Milchstraße (wenn möglich mit einer der berühmten Kirchen im Bild)
  • Verschiedene Timelapseaufnahmen. Im Idealfall auch eine Timelapse der Milchstraße. Als Herausforderung eine Heiliger Gral Timelapse. (inkl. Sonnenaufgang oder -untergang)
  • Architektur und Landschaften der Insel.
  • Die Menschen der Insel. (wenn möglich einen Handwerker bei der Arbeit)

Am Ende der Reise werde ich hier berichten und zeigen was mir gelungen ist und was nicht. Da vieles für mich Neuland ist wird es spannend.

Die Tage werden ich zur Erholung (ist natürlich auch Urlaub) und zum Location scouten nutzen. Die frühen Stunden, die Abende und ein paar Nächte gehören der Fotografie.

Und sollte ich ein paar neue Freunde finden werden sich die Pläne ohnehin ändern. :)

Sollte jemand noch Fragen, Vorschläge oder Wünsche haben. Immer her damit!

USA 2014 - Teil 11 - Im Sauseschritt durch Naturwunder

Karge Weiten im Death Valley.

Schon in der Frühe brachte die Sonne große Hitze. 

Da wir einen weiten Weg zurückzulegen hatten, brachen wir nach einem schnellen Frühstück auf, tankten (!) und machten uns auf den Weg in den Sequoia National Park.

Die Strecke begann öde und eintönig, aber mit der Zeit boten sich uns immer neue Facetten des Death Valleys.

Da das Tal des Todes so tief liegt gab es nur einen Weg - bergauf. So schnitten sich die Straßen immer weiter in die Höhe und wir konnten weite Aussichten genießen.

Nach einigen Stunden verließen wir die lebensfeindliche Umgebung und gelangten unverhofft in eine Gemüseanbauregion. Vorbei an Bakersfield (oder auch das Bielefeld der USA) ging es in den Sequoia Nationalpark.

Der Tag war ein unfassbares Kontrastprogramm. Zu Beginn war es noch karg, und lebensfeindlich, später standen wir unter dem größten Baum der Welt. Irre.

Nach der Wüste direkt ins blühende Leben.

Zu Beginn des Sequoia Nationalparks zeigte unsere Tankanzeige noch 120 Meilen Reichweite an. Welch trügerische Sicherheit! (Zugegebenermaßen wollte Riza, dass wir vorher noch tanken)

Die Umgebung hatte sich über den Tag sehr verändert und nun waren wir in einer vor Leben sprühenden Landschaft. Die Straßen kletterten auf steilen, engen Wegen immer weiter in die Höhe.

Nach Las Vegas und dem Death Valley wirkte so viel natürliches Wasser etwas befremdlich.

Am Fuße des General Sherman.

In der Höhe wuchsen dann auch die ersten Sequoia Bäume. Am Touristenparkplatz angekommen zeigte der Tacho nur noch 40 Meilen Reichweite. Sehr interessant, da wir erst 20 Meilen im Park unterwegs waren.

Wie auch immer machten wir uns auf den größten Baum der Welt zu besuchen. General Sherman. Es gibt höhere Bäume, aber keinen mit vergleichbarer Masse.

Mit über 30 Meter Umfang und über 80m Höhe ist der General Sherman wirklich beeindruckend. Diese Monsterbäume zu fototgrafieren und dabei die Größe zu zeigen ist schwierig.

Der General Sherman. Der Größte (nicht höchste) Baum der Welt. Zum Vergleich siehe die Menschen an der Basis.

Die nun folgende Fahrt steht für alle Zeiten unter Riza unsterblichen Worten: "Ich hab´s Euch doch gesagt". Schon kurz nach dem Parkplatz zeigte uns der Tank Reserve. Im Wissen, dass in Kürze eine Tankstelle auf der Karte eingezeichnet war, fuhren wir zunächst nur leicht irritiert weiter. Dummerweise hatte die Tankstelle noch nicht geöffnet, da die Saison erst ein paar Tage später begann. Am Parkausgang sagte uns der freundliche Ranger, dass es NUR 30 Meilen zur nächste Station seien. OMG, also im Leerlauf bergab rollen und beten. "Ich hab´s Euch doch gesagt", tönte es von hinten. Zu guter Letzt sind wir auf die Tankstelle gerollt und konnten danach entspannt ein gigantisches Sandwich essen.

Hinweis: Die Service-Einrichtungen in den Nationalparks haben gerade in der Nebensaison nicht immer geöffnet. Man sollte sich daher nicht auf selbige verlassen. Speziell Tankstellen stehen nicht immer zur Verfügung.

Vom Sequoia National Park sind wir dann nach Fresno gefahren, wo wir Anna und Patric getroffen haben. Unsere Freunde zu treffen, die die Tour entgegengesetzt fuhren und sich auszutauschen war schön, der Rest ... Sagen wir diplomatisch Fresno hat uns seine Reize vorenthalten.

Am nächsten Tag fuhren wir dann weiter gen Brass Lake, um von dort dann später über den Yosemite Nationalpark nach San Francisco zu fahren. Zu jeder anderen Jahreszeit hätten wir hier mehr Zeit eingeplant, im April sind jedoch weite Teile des Parks noch gesperrt und der Zugang war bis kurz vorher auch noch verschneit. Wie trügerisch das Wetter Ende April ist zeigte sich für Anna und Patric, die einen Tag nach uns nicht in den Sequoia einfahren durften.

Rund um den Brass Lake war das Wetter auch ziemlich übel (siehe Bilder) und Riza wurde leider weiterhin von seiner Erkältung aufs übelste gebeutelt. Wir haben in einem kleinen Blockhaus gewohnt, incl. Kamin, Terasse, usw., unsere beste Unterkunft!

Basti und ich sind daher mit dem Auto ein durch die Gegend gefahren und ich habe versucht das Wetter mit der Kamera ein wenig zu dokumentieren. Gut das meine Ausrüstung wasserdicht ist. Ich bin es leider nicht. 

Super Burger - entspannter Abend im Blockhaus - Früh los gen Yosemite. Riza ging es auch schon deutlich besser. Zunächst fuhren wir durch Regen, Schnee und Eis, aber kaum waren wir durch den Tunnel im Yosemite, eröffnete sich uns der traumhafte Tunnelview. Wahnsinn! Das Tal ist traumhaft schön und steht zusammen mit Zion auf meiner "unbedingt nochmal hin da" - Liste. Einfach grandios.

Der berühmte Tunnel View in den Yosemite National Park. Atemberaubend!

Da wir noch recht weit bis nach San Francisco fahren mussten, hatten wir viel zu wenig Zeit. Ein große Schleife durchs Tal und dann weiter. So wenig Zeit und doch verliebt.

Der berühmte Halfdome hatte sich längste Zeit in Wolken gehüllt, doch dann zeigte er uns doch noch seine raue Schönheit.

Die Tour nach San Francisco führte uns vorbei an einem gigantischen Waldbrandgebiet (siehe Bildleiste unten), saftigen grünen Wiesen und immer lieblicher werden Landschaften. Über den Tag verloren wir über 1800 Höhenmeter, was sich durchaus bemerkbar machte. Alles über unsere Zeit in Frisco nächstes Mal. 

USA 2014 - Teil 10 - Ein Tag im Tal des Todes

Die Fahrt ins Tal des Todes begann mit der Ausfahrt aus Las Vegas. Schnell verlässt man die bunte Glitzerwelt und kommt in die Außenbereiche der Stadt. Riesige monotone Wohnanlagen für die Verlierer der Oase der Illusionen.

Im Anschluss ging es dann wieder einmal nicht enden wollende Straßen durch die Eintönigkeit der Ödnis.

Von Las Vegas zum Death Valley. Hitze, Weite, Einsamkeit.

Hinweis: Bevor man das Death Valley befährt sollte man an einige Sachen denken. Ausreichend Wasser im Fahrzeug mitführen, Kühlflüssigkeit im Fahrzeug prüfen und Sonnenschutz einpacken. Natürlich sollte man im Death Valley auch nicht abseits der bekannten Wege und Bereiche unterwegs sein.

Dante´s View.

Glücklicherweise ändert sich nach einiger Zeit die Landschaft langsam und trifft einen mit einer unbekannten, harten und lebensfeindlichen Schönheit.

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft haben wir die berühmten Aussichtspunkte Dante´s View und Zabriskie Point besucht.

Dante´s View - Blick in die Salzebene.

Leben im Tal des Todes.

Die Schönheit des Ortes erschließt sich nicht immer sofort und auch nicht jedem, mich berührten die Ruhe, die Farben und Strukturen allerdings umgehend.

Zabriskie Point.

Setz Dich! Schwitze!

Die Hitze war deutlich spürbar, aber zu dieser Jahreszeit noch zu ertragen. Dennoch war es gut ausreichend Wasser im Auto zu haben.

Riza ist leider Opfer der übermäßig aktiven Klimaanlagen von Las Vegas geworden und baute zunehmend ab, so dass wir uns entschlossen direkter zum Ziel zu fahren.

Wir sind dann umgehend nach Stovepipe Wells gefahren. Ein wirklich winziger Ort, wenn man überhaupt von einem Ort sprechen kann. Vielmehr ein touristischer Außenposten. Die hilfsbereite (und attraktive) Bekah checkte uns ein und wir konnten uns einmal in der Anlage umschauen. Restaurant, Bar, Shop, Tankstelle, Schlafbaracken und ein Pool. Was braucht man mehr am Ende der Welt?

Unsere Unterkunft. (Ja die flachen Gebäude, die man kaum sehen kann)

Da die anderen beiden erstmal entspannen wollten, bin ich zum nahe gelegenen Mosaic Canyon gefahren. 


Der Mosaic Canyon im Death Valley.

Hier möchte man nicht stehen, wenn der Regen kommt.

Perfekte Klapperschlangenschutzhosen müssen sein.

Der Mosaic Canyon wurde über die Jahrtausende durch die unbändige Kraft der seltenen Sturzfluten und das mitgeschwemmte Gestein in den Fels geschnitten.

Der Stein ist glatt geschliffen und sehr angenehm anzufassen. Der Boden wird von kleine harten Steinchen ausgefüllt die bei einer Flut den Wände stets weiter abschleifen. 

Es gibt bestimmt bessere Orte als den Mosaic Canyon um einen Starkregen abzuwarten.

Basti und Riza konnten derweil ein wenig relaxen, den Pool genießen und sich der Klimaanlagenerkältung stellen.

Ausgeruht und voller Tatendrang haben wir uns am Abend dann in die Mesquite Flats Sand Dunes begeben. Diese ausgedehnten Dünen erinnerten an eine klassische Wüste. Sand soweit das Auge sieht. Alle Klischees werden erfüllt.

Es gab eine Warnung, dass gerade in den Abendstunden Klapperschlangen unterwegs seien. Nicht gerade sehr beruhigend.

So muss eine Wüste aussehen!

Um die Wüste wirklich als solche zu spüren mussten wir einige Zeit aufbringen und uns durch den lockeren Sand immer tiefer in diese unwirkliche Landschaft vorarbeiten.

Da auf dem Parkstreifen nur sehr wenige Fahrzeuge standen, waren auch nur eine Handvoll anderer Menschen unterwegs, so dass wir schnell in den Eindruck absoluter Einsamkeit eintauchen konnten.

Die untergehende Sonne spielte mit den Farben der umliegenden Berge, ließ den Sand entflammen und schenkte uns einen erinnerungswürdigen Abend.

Der Sonnenuntergang war ein Traum.

Ein wunderbarer Platz um zur Ruhe zu kommen.

In den Dünen zu sitzen brachte eine angenehme Ruhe. Die leblose Weite war (zumindest für mich) eine erholsame Abwechslung zum Wahnsinn Las Vegas der letzten Tage.

Irgendwann wurde es allerdings immer dunkler und die Warnung vor den nachtaktiven Klapperschlangen manifestierte sich in der Wahrnehmung ungewöhnlicher Geräusche und Bewegungen wohin man auch guckte.

 

Also zurück ins Lager und ab ins Restaurant. Hier eine der größten Überraschungen der Reise. Wunderbare Steaks, tolles Bier und ein uriges Ambiente. Unbedingt empfehlenswert, wenn man da ist.

Ich hatte mich leider im Vorfeld nicht mit der Fotografie von Sternen beschäftigt und bitte daher das Foto zu entschuldigen.

Da Riza doch ziemlich angeschlagen war, fuhren Basti und ich im Anschluss noch einmal auf den Parkplatz der Dünen und genossen den klaren Sternenhimmel.  Als Absacker ein paar Bierchen in der Bar und ab ins Nachtlager. Am Folgetag würden wir viele Kilometer im Auto zurücklegen.